Generelles zum Leben und Arbeiten im Vereinigten Königreich und Irland
Table of contents
1. Vorwort
Beim Schreiben der Abschnitte zum Vereinigten Königreich und zu Irland zeigte sich, dass bestimmte Angaben in gleicher Weise für beide Länder relevant sind. Derartige Informationen sind in auf dieser Seite zusammengefasst. Somit ist es einerseits möglich, in einem Dokument einen Kurzüberblick über mehrere Länder zu geben. Andererseits werden dadurch unnötige Wiederholungen vermieden. Stattdessen verweisen die länderspezifischen Texte wo erforderlich auf die Inhalte dieser Seite.2. Mentalität
Verglichen mit der BRD ist die ausländische Lebensweise lockerer, entspannter, flexibler und weniger bürokratisch. Beispielsweise gibt es weder im Vereinigten Königreich noch in Irland ein Einwohnermeldeamt und bei Behörden wird man freundlich und zuvorkommend als Kunde (customer) behandelt. Weiterhin fällt auf, dass die Menschen durchweg optimistischer, positiver und gesprächiger sind. Dadurch fällt es leicht, etwas von sich erzählen und Kontakte zu knüpfen. Vielen Dingen wird ein geringerer Stellenwert beigemessen als in Deutschland. So spielt es nicht so eine große Rolle, wie der Vorgarten aussieht, wie man sich kleidet oder ob man ein sauberes und gepflegtes Auto fährt. Insgesamt betrachtet ergeben sich folgende Unterschiede.| Positiv | Neutral (persönlichkeitsabhängig) | Negativ |
| ausgeprägte Dienstleistungs- und Servicementalität | oft eher oberflächliche Gespräche | schlechteres Gesundheits- und Sozialsystem |
| weniger Vorschriften und Formalien | vieles ist weniger strukturiert | mitunter schlechtere Ausstattung mit bzw. Qualität von Einrichtungsgegenständen |
| entspannter, lockerer und höflicher Umgang | Aussagen werden selten kritisch oder negativ formuliert |
Jeder sollte für sich prüfen, ob einem diese Unterschiede zusagen und man sich vorstellen kann, in einer Gesellschaft mit entsprechender Mentalität zu leben.
3. Namensschreibung
Bei Umlauten oder sonstigen Sonderzeichen im Namen ist aufgrund einer anderen Tastaturbelegung normalerweise keine exakte Schreibweise möglich. Dies kann bei Behördengängen, bei der Kontoeröffnung oder anderen geschäftlichen Vorgängen einige Stolpersteine mit sich bringen. Bei einigen Rechtsgeschäften ist ein Identifikationsdokument mit Foto (deutscher Personalausweis, Reisepass oder Führerschein) vorzulegen und ein Addressnachweis in Form von Rechnungen oder amtlichen Schreiben (Steuerbehörde o.ä.) zu erbringen. Wenn die deutschen Papiere beispielsweise den Nachnamen "Müller" ausweisen und in den Rechnungen "Mueller" steht, könnte der Einwand kommen, dass die Namen aufgrund des eingeschobenen "e" nicht identisch sind. Dies könnte dazu führen, dass einem ein Bankkonto, ein Handyvertrag oder dergleichen verwehrt wird. In diesem Fall hat man zwei Möglichkeiten. Entweder verweist man auf den maschinenlesbaren Bereich4. Einreise und Arbeitsaufnahme
Als EU-Bürger benötigt man zur Einreise in einen anderen Mitgliedsstaat lediglich einen gültigen Personalausweis (identitiy card) oder Reisepass (passport). Menschen anderer Nationalitäten müssen mitunter eine Einreisegenehmigung (visa) oder Aufenthaltserlaubnis (residence permit) beantragen bzw. vorweisen. Gleiches gilt für eine Arbeitserlaubnis (work permit), die innerhalb der EU auch für Bürger aus bestimmten Mitgliedstaaten erforderlich ist.5. Führerschein
Die Beantragung einer (Ersatz)Fahrerlaubnis nach Verlust des deutschen Führerscheins ist im Wohnsitzland vorzunehmen. Wenn man noch in Deutschland gemeldet ist, sind die dortigen Behörden zuständig. Andernfalls ist die Sache mit den ausländischen Stellen zu regeln. Hierzu benötigt man eine Karteikartenabschrift der deutschen Führerscheinbehörde. Bei einer nach dem 1.1.1999 ausgestellten Fahrerlaubnisist dies das Kraftfahrtbundesamt6. Auto
Da im Vereinigten Königreich und in Irland Linksverkehr herrscht, sind bei der Mitnahme eines deutschen PKWs Umbauten vorzunehmen. Die Tatsache, dass sich das Lenkrad bei einem überführten Wagen auf der "falschen Seite" befindet, resultiert normalerweise in einem höheren Versicherungstarif. Dem ist entgegenzuhalten, dass die Autopreise im Vereinigten Königreich und Irland höher sind als in der BRD. Bei der Kfz-Versicherung (motor insurance, car insurance) wird zwischen Comprehensive (Vollkasko- und Haftpflichtversicherung), Third party, fire and theft (Teilkasko- und Haftpflichtversicherung) sowie Third Party only (Haftpflichtversicherung) unterschieden. Ein Bestandteil zur Berechnung der Beitragshöhe ist der Schadensfreiheitsrabatt (no claims bonus) bzw. die Anzahl der Schadensfälle (claims) bei der bisherigen Versicherung. In Anzeigen wird man auf verschiedene Abkürzungen treffen, welche in folgender Tabelle erläutert sind.| Abkürzung | Bedeutung | |
| 4wd | fourwheel drive (Allradantrieb) | |
| abs | antilock braking system | |
| a/c, air con | air conditioning | |
| auto | automatic transmission | |
| a/w | alloy wheels (Alufelgen) | |
| c/c | climate control | |
| c/l | central locking | |
| e/m | electric mirrors | |
| esp | electronic stability programme | |
| e/sr | electric sunroof | |
| e/w | electric windows | |
| e/m | electrically operated door mirror | |
| fsh | full service history (Nachweise von Inspektionen, Reparturen usw. verfügbar) | |
| fwd | frontwheel drive (Frontantrieb) | |
| h/s | heated seats | |
| immob | immobiliser (Wegfahrsperre) | |
| lhd | left hand drive (Linkslenker) | |
| lpg | liquified petroleum gas (Gasantrieb) | |
| man | manual transmission | |
| p(a)s | power (assisted) steering (Servolenkung) | |
| oiro | offers in the region of (ungefährer Preis) | |
| ono | or nearest offer (oder nächstgelegenes Angebot) | |
| rwd | rear wheel drive (Heckantrieb) | |
| sr | sunroof | |
| s/n | satellite navigation | |
| (v)gc | (very) good condition | |
| yr(s) | year(s) | |
Neben der Antwort auf ein Inserat besteht natürlich auch die Möglichkeit, ein Fahrzeug bei einem Händler zu erwerben.
7. Wohnungssuche
Bei der Wohnungssuche sind zwei Fälle zu unterscheiden. Einmal die Suche direkt nach der Ankunt und einmal die Suche nach einer festen Bleibe.7.1. Direkt nach der Ankunft
Unmittelbar nach der Einreise steht normalerweise zunächst die Suche nach einem Arbeitsplatz an. Da noch unklar ist, wo man arbeiten wird, macht es zu diesem Zeitpunkt noch keinen Sinn, nach einer dauerhaften Unterkunft zu suchen. Selbst wenn man vor der Ankunft schon eine Stelle hat, lassen sich Fragen nach der Ausstattung, der Lage, der Nachbarschaft und der Angemessenheit des Mietpreises nur vor Ort beantworten. Daher ist es ratsamer, übergangsweise in einer Herberge (hostel), einem Hotel (hotel) oder einer Pensionen (bed & breakfast) zu wohnen und anschließend in aller Ruhe nach einer festen Unterkunft zu suchen.7.2. Eine feste Bleibe suchen
Im Vorfeld sollte man sich darüber im Klaren sein, wieviel Geld man monatlich für eine Unterkunft aufwenden kann. Dabei ist zu bendenken, dass bei Vertragsabschluss die Vorauszahlung einer Monatsmiete sowie die Hinterlegung einer Kaution (deposit) üblich ist. Neben dem Mieten (renting) kommt auch das Teilen (sharing) einer Wohnung (flat) oder eines Hauses (house) in Betracht. Letzteres ist verbreiteter als in Deutschland und in Städten mit hohen Immobilienpreisen, z. B. London und Dublin, mitunter die vorangige Art des Wohnens. Inserate finden sich vor allem im Internet, in Zeitungen (newspaper) und an schwarzen Brettern (notice boards) von in Supermärkten, Geschäften, Hochschulen sowie beim Arbeitgeber. In Zeitungsanzeigen sind Abkürzungen gang und gebe. Die gebrächlichsten Kurzformen sind in folgender Tabelle erläutert.| Abkürzung | Bedeutung | |
| a/c, air cond | air conditioning | |
| alm | alarm | |
| amens | amenities (Annehmlichkeiten / Vorzüge, z. B. naheliegende Geschäfte, Schulen, Ärzte, Banken, Bahnhöfe, ...) | |
| appt | appointment | |
| apt | apartment | |
| avail | available | |
| balc | balcony | |
| beg | beginning | |
| blk | block | |
| br, b(d)rm | bedroom | |
| bthrm | bathroom | |
| c/pk, c/park | car park | |
| cl(s) | close | |
| cpl | couple | |
| cpr, c/port | car port | |
| dbl | double | |
| dep | deposit | |
| dist | distance | |
| ens | ensuite (mit Bad/Dusche und WC) | |
| fam | family | |
| flr | floor | |
| fr | from | |
| gd | good | |
| g(r)dn | garden | |
| grnd | ground | |
| hse | house | |
| htg | heating | |
| inc(l) | included, includes, including | |
| loc | location, located | |
| lrg, lge | large | |
| mods cons | modern conveniences (Ausstattung, z. B. Mikrowelle, Waschmaschine, ...) | |
| n/s, n/smk | non-smoker | |
| neg | negotiable | |
| nr | near | |
| osp, off st pk | off street parking | |
| opp | opposite | |
| p(c)m | per (calender) month | |
| pk, pkng | parking | |
| pref | preferred | |
| prof | professional (berufstätig, Berufstätige/r) | |
| prov | provided | |
| pw | per week | |
| rd | road | |
| ref(s) | reference(s) | |
| refurb | refurbished | |
| renov | renovated | |
| req(')(d) | required | |
| shr | share | |
| sngl, sgl | single | |
| sm | small | |
| smkr | smoker | |
| spac | spacious | |
| st | street | |
| suit | suitable | |
| v | very | |
| w | with | |
| wk | week | |
| yo | year old | |
Fällt die Wahl auf eine WG (house sharing, flat sharing), so sollte zumindest ein Mitbewohner einheimisch sein oder seit einiger Zeit im Land leben. Es ist zwar angenehm mit Landsleuten zusammenzuleben und in seiner Muttersprache zu kommunizieren, aber es fördert keineswegs das Erlernen der Sprache und die soziale Integration. Stichworte sind Behördengänge, Freizeitangebote, örtliche Gegebenheiten sowie Sitten und Bräuche. Nach folgenden Dingen sollte man sich erkundigen.
- nach der Entfernung zu öffentlichen Verkehrsmitteln (public transport), Geschäften etc. fragen
- fragen, warum die Räumlichkeiten frei sind / werden
- die Kündigungsfrist (notice period) erfragen
- fragen, wer alles einen Schlüssel hat
- alle Räume ansehen
- Heizung (heating), Waschmaschine (washing machine), Wäschetrockner (tumble dryer), Herd (cooker) und Badezimmer (bath room) begutachten
- fragen, wie Miete (rent) und Nebenkosten (utility bills) zu zahlen sind
- bar (cash) oder per Überweisung (bank transfer)
- wöchentlich (weekly) oder monatlich (monthly)
- fragen, ob Referenzen vom Vorvermieter und/oder Arbeitgeber erforderlich sind
- klären, welche Möbel dem Ver- bzw. Vormieter gehören
- fragen, wer sonst noch im Haus/in der Wohnung lebt
- fragen, welche Nebenkosten anfallen und wie diese berechnet werden
- festlegen, was in die Bestandsübersicht (inventory) kommt und darauf achten, dass dort auch der Zustand der Möbel vermerkt ist
- einen schriftlichen Vertrag abschließen
- Fotos vom Zustand beim Einzug machen
Im Fall eines langfristigen Aufenthalts empfiehlt sich fast immer der Erwerb von Eigentum.
8. Bank- und Finanzwesen
Dieser Abschnitt ist neutral gehalten und wird in den länderspezifischen Anmerkungen kaum näher erläutert. Grund ist, dass es sowohl im Vereinigten Königreich als auch in Irland keine einheitlichen Regeln gibt, um ein Bankkonto (bank account, current account) zu eröffnen. Wenn man neu im Land ist, lautet die Devise zunächst "Hauptsache ein Konto haben". Bis dahin können Rechnungen bar im Postamt gezahlt werden.8.1. Kontoeröffnung
Sofern noch ein deutsches Konto vorhanden ist, sollte man sich vorab informieren, ob und wie Auslandsüberweisungen vorgenommen werden können, z. B. online, per Telefon-Banking oder in der Filiale. Bei der Kontoeröffnung ist ein Identifikationsdokument mit Foto (deutscher Personalausweis, Reisepass oder Führerschein) vorzulegen und ein Adressnachweis zu erbringen. Für letzteren gibt es keine einheitlichen Regeln, da es im Vereinigten Königreich und in Irland kein Einwohnermeldeamt und keinen Personalausweis gibt. Wenn der Mietvertrag bzw. in Abwesenheit dessen eine schriftliche Bestätigung (written confirmation) des Vermieters akzeptiert wird, kann man sich glücklich schätzen. Gleiches gilt für das Schreiben, in dem die Sozialversicherungsnummer mitgeteilt wurde. Meistens wird eine Rechnung (bill) für Strom (electricity), Wasser, Gas, Telefon oder Handy (mobile) verlangt. Handygebühren können ohne Konto nicht per Rechnung gezahlt werden. Wenn man alleine wohnt, trudeln irgendwann Schreiben von Energieanbietern ein. Dies dauert jedoch mitunter zu lang. Wohnt man in einer WG (house sharing, flat sharing), so laufen die Nebenkosten zunächst auf einen Mitbewohner (house mate, flat mate). Sich auf einer Rechnung eintragen zu lassen, dauert mitunter ebenfalls zu lang. Man steckt also in einem Teufelskreis. Abhilfe schafft ein Referenzschreiben (reference letter) des Arbeitgebers, in dem Anschrift und Arbeitsverhältnis bestätigt werden. Mitunter ist auch das Gehalt nachzuweisen. Hier empfiehlt es sich, den Arbeitsvertrag (employment contract) einzureichen. Die Art und Anzahl der einzureichenden Unterlagen kann je nach Bank, Filiale oder Mitarbeiter unterschiedlich sein. Ob man als Neukunde akzeptiert wird, hängt mitunter vom Zufall ab. Wenn es bei der ersten Bank bzw. Filiale nicht klappt, geht man entweder zu einer anderen Zeit zu einem anderen Mitarbeiter, verlangt nach dem Vorgesetzten, um die Sache mit ihm zubesprechen oder probiert es woanders. Dies macht man solange, bis es schließlich klappt. Selbst wenn man mehrmals aus dem selben Grund abgelehnt wurde, kann der nächste Versuch erfolgreich sein. Das klingt eigenartig, ist aber so. Die Sache gestaltet sich einfacher, wenn der Arbeitgeber Absprachen mit einer bestimmten Bank hat, die es neuen Mitarbeiter auf einfache Art und Weise erlauben, ein Konto zu eröffnen. Dies ist meist bei Unternehmen der Fall, die regelmäßig ausländische Arbeitnehmer einstellen. Zur Not sollte man mit dem Arbeitgeber sprechen, so dass er ein "ein gutes Wort" bei seiner Hausbank einlegt.8.2. Nach der Kontoeröffnung
Nach der Kontoeröffnung sollte man darum bitten, die Kontoauszüge (bank statements) einmal monatlich nach Hause geschickt zu bekommen. Somit können sie beim Abschließen anderer Verträge (z. B. Handy) als Nachweis für Adresse, Einkommen und Bankverbindung verwendet werden. Weiterhin kann das Konto für Online- und Telefonbanking freigeschaltet werden. Kreditkarten (credit cards) sind im Vereinigten Königreich und in Irland verbreiteter als in Deutschland, weshalb man sich über die Vergabekriterien informieren sollte. Grundlage für die Bewertung der Bonität (credit history) bilden für gewöhnlich die Kontobewegungen der letzten Monate. Welcher Zeitraum betrachtet wird, schwankt von Anbieter zu Anbieter.Bei den Angeboten sollte man den effektiven Jahreszins (annual percentage rate = APR), die monatliche Mindestrückzahlung und den Mindestumsatz vergleichen. Zum Sparen bieten sich Sparkonten (savings accounts) oder Geldanlagen (investments) an. Bei Sparguthaben wird der effektive Jahreszins mit AER (annual equivalent rate)bezeichnet.
9. Arbeitsleben
Für manche Berufe gibt es eine gesetzlich geregelte und in einem Abschluss mündende Berufsausbildung (apprenticeship). Zum überwiegenden Teil wird man jedoch im Rahmen eines on the job training, welches sich aus der Stellenbeschreibung (job description) ergibt, angelernt, ohne eine Prüfung vor einem Berufsverband abzulegen bzw. einen Berufsabschluss zu erwerben. Resultat ist ein flexibler und auf Können und Fertigkeiten ausgerichteter Arbeitsmarkt. Eine Denkweise wie "Der hat ja etwas ganz anderes gelernt und ist für den Job nicht qualifiziert" ist deutlich weniger verbreitet als in Deutschland. Entscheidend ist, ob man über die notwendigen Kenntnisse (knowledge), Fähigkeiten (skills) und Erfahrungen (experience) verfügt. Jeder Art von Berufserfahrung und Weiterbildung ein hoher Stellenwert beigemessen. Wo man diese Qualifikationen erworben hat, ist eher nebensächlich. Aufgrund der niedrigeren Steuern und Sozialabgaben liegen britische und irische Gehälter in aller Regel unter dem deutschen Niveau. Häufig werden sie um Zusatzleistungen (benefits) wie private Kranken- bzw. Rentenversicherung ergänzt. Wochenend- und Schichtarbeit (shift work) sind verbreiteter als in der BRD. Zum einen sind die Öffnungs- und Betriebszeiten flexibler, zum anderen sind viele Jobs im Service- und Dienstleistungssektor angesiedelt. Altersmäßig kommen Iren und Briten relativ früh mit dem Arbeitsleben in Berührung. Dies kann sich für gleichaltrige deutsche Bewerber nachteilig auswirken, da den guten theoretischen Kenntnisse mitunter vergleichsweise geringe praktische Kenntnisse gegenüberstehen. Im Arbeitsalltag redet man sich beim Vornamen an, was auch Vorgesetzte oder leitende Angestellte einschließt. Dies trägt sehr zu einer lockeren und entspannten Arbeitsatmosphäre bei, die trotzdem von Höflichkeit und Respekt geprägt ist. Es ist üblich, zunächst etwas Smalltalk zu halten, bevor man zur Sache kommt. Unangenehme Dinge werden eher indirekt angesprochen, was etwas Fingerspitzengefühl erfordert.10. Sozialsystem
Wie bereits in Abschnitt 3 auf der Seite "Vorbereitungen in Deutschland" beschrieben gilt für bei den Sozialsystemen das Territorialprinzip. Die Sozialsysteme im Vereinigten Königreich und Irland bieten weniger Sicherheit als man es von Deutschland gewohnt ist und so verwundert es kaum, dass auch die entsprechenden Beiträge niedriger sind.10.1. Kranken- und Rentenversicherung
Sofern keine Auslandskrankenversicherung besteht ist der Abschluss einer privaten Krankenversicherung (private health insurance) in jedem Fall empfehlenswert. Eine private Rentenversicherung (private pension) kommt normalerweise nur bei einem längeren Aufenthalt in Betracht. Zunächst sollte man stets die Angebote des Arbeitgeber prüfen. Vielfach ist eine private Krankenversicherung als sogenannte Zusatzleistung (benefit) Bestandteil des Einkommens oder im Rahmen eines Mitarbeiterrabatts (staff discount) vergünstigt. Ähnlich sieht es bei der privaten Rentenversicherung aus, die ebenfalls als benefit im Entgelt enthalten sein kann oder möglicherweise bezuschusst wird.10.2. Europäische Krankenversicherungskarte
Die European Health Insurance Card11. Steuersystem
Die Steuersysteme im Vereinigten Königreich und Irland sind einfacher und transparenter als das deutsche. Die Steuerlast ist insgesamt niedriger. Arbeitnehmer müssen normalerweise keine Steuererklärungen abgeben. Diese ist nur bei Selbständigen oder bei komplexen Einkommensverhältnissen nötig. Die Mehrwertsteuer wird mit VAT (Value Added Tax) bezeichnet.Created by admin. Last Modification: Tuesday, 02 June 2009 22:29:18 IST by carsten.